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Teufelskralle Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Warnhinweise

Nebenwirkungen bei der oralen Einnahme der Teufelskralle sind zumeist gastrointestinale Störungen Die häufigste Nebenwirkung ist Durchfall. In Studienarbeiten gaben ca. 8% der Studienteilnehmer während der Verwendung der Teufelskralle Durchfall entwickelt zu haben. Weiterhin kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen, wie:

  • Übelkeit,
  • Erbrechen,
  • Magenschmerzen,
  • (starke) Kopfschmerzen,
  • Ohrensausen,
  • Appetitverlust,
  • Schwindel,
  • veränderter Geschmackssinn oder
  • Geschmacksverlust1 2

Bei auftretenden Nebenwirkungen der Teufelskralle sollte die Anwendung unverzüglich zu gestoppt werden und (bei schweren Reaktionen) ein Arzt aufgesucht werden.3

Seltene Nebenwirkungen

Weiterhin kann es durch den Konsum der Teufelskralle zu eher ungewöhnlichen Nebenwirkungen kommen, wie:

  • allergische Reaktionen (starker Juckreiz, Hautausschlag, Schwellungen),
  • Husten,
  • benommenes Gefühl (bis zur Ohnmacht),
  • Menstruationsbeschwerden (Veränderungen der Menstruationsperioden),
  • Veränderung des Blutdrucks,
  • unregelmäßiger Herzschlag,
  • Blutungen,
  • Nackenschmerzen,
  • Ohrenschmerzen,
  • Verschwommenes Sehen,
  • Angst oder
  • Atemnot4 5 6 7

Allgemein gilt die Teufelskralle als eher sicher, wenn sie in einer angemessenen Dosierung und bis zu einem Jahr lang oral eingenommen wir. Bezüglich einer Langzeit-Einnahme oder der Verwendung auf der Haut existieren derzeit zu wenig Informationen, um hierüber sachgerechte Aussagen treffen zu können.8 Die vorangegangenen Listen der Nebenwirkungen zeigen lediglich Beispiele und ist nicht vollständig. Es können auch andere Nebenwirkungen auftreten.9

Toxizität und tolerierbare obere Aufnahmewerte für die Teufelskralle

Für gewöhnlich die Nebenwirkungen der Teufelskralle bei sachgemäßer Dosierung auf wenige Magen-Darm-Störungen beschränkt. Zudem wurde in Forschungsarbeiten gezeigt, dass das Harpagosid der Teufelskralle eine geringe Toxizität aufweist. Bei Mäusen ergab sich eine LD50 > 13,5g / kg. Obere Aufnahmewerte für die Teufelskralle sind bisher unbestimmt. Bislang wurde in Studien lediglich täglich 50-100mg des Wirkstoffs Harpagosid eingesetzt (bei Arthrose, gegen Rückenschmerzen). Die Sicherheit der Langzeitanwendung ist bisher ebenfalls unbestimmt, scheint aber sicher und ohne Toxizität zu sein.10 11

Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise zur Teufelskralle

Bei den nachfolgenden Umständen oder/und einer längeren Einnahme der Teufelskralle wird empfohlen einen fachkundigen Arzt bezüglich der Warnhinweise und möglichen Wechselwirkungen mit Medikamenten zu befragen. Besondere Vorsichtig ist laut der Natural Medicines Comprehensive Database bei nachfolgenden Kombinationen bzw. Konstellationen geboten:

  • Schwangerschaft und beim Stillen: Eine Verwendung während der Schwangerschaft oder des Stillens sollte vermieden werden.
  • Herzerkrankungen, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck: Unter diesen Bedingungen sollte die Verwendung vorab mit einem Arzt abgesprochen werden, da die Teufelskralle die Herzfrequenz, den Herzschlag und den Blutdruck beeinflussen kann. Dementsprechend kann sie Personen mit Störungen des Herz- und Kreislaufsystems auch schaden.
  • Diabetes: Bei gleichzeitiger Verwendung der Teufelskralle und blutzuckersenkenden Medikamenten besteht das Risiko, dass der Blutzucker zu niedrig absinkt. Diese Gefahr besteht dadurch, dass die Teufelskralle den Blutzuckerspiegel selbst senken kann. Auch hier empfiehlt sich der Rat eines Arztes, gegebenenfalls muss die Dosierung der Diabetes-Medikamente angepasst werden.
  • Gallensteine: Die Verwendung der Teufelskralle kann zu Problemen bei Menschen mit Gallensteinen führen, da die Teufelskralle die Galleproduktion erhöhen kann. Hier wird empfohlen die Verwendung generell zu vermeiden.
  • Natriummangel (Hyponatriämie): Die Teufelskralle kann den Natriumspiegel im Körper senken. Bei Menschen, die einen niedrigen Natriumspiegel haben, können sich dadurch die Symptome verschlimmern.
  • Ulkuskrankheit (Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni): Vermeiden sollten auch Menschen mit Magengeschwüren oder Zwölffingerdarmgeschwüren die Verwendung der Teufelskralle. Die Teufelskralle kann nämlich die Magensäureproduktion erhöhen, was wiederum Menschen mit Magengeschwüren schaden kann beziehungsweise die Magengeschwüre verschlimmern kann.12 13

Allgemein wird zudem dazu geraten Kindern ohne ärztlichen Rat keine Kräuter oder Gesundheitszusätze zu geben.14

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Bei der gleichzeitigen Verwendung der Teufelskralle und Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen kommen. Bisher ist bekannt, dass bei den folgenden Medikamenten bzw. Wirkstoffen das Risiko für Wechselwirkungen besteht. Dementsprechend sollte vorher mit einem Arzt abgesprochen werden, inwieweit eine Verwendung in Frage kommt:

  • Blutverdünnende Medikamente (Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer): Die Teufelskralle kann theoretisch das Blutungsrisiko erhöhen. Besonders bei der gleichzeitigen Verwendung von Blutverdünnern, wie Aspirin, Warfarin oder Clopidogrel.
  • Medikamente gegen Diabetes: Wenn Diabetes-Medikamente eingenommen werden, kann die zusätzliche Einnahme von Teufelskralle das Risiko für einen niedrigen Blutzuckerspiegel erhöhen, da die Teufelskralle den Blutzucker ebenfalls senken kann.
  • Antazida: Die Magensäure kann durch die Teufelskralle erhöht werden. Daher kann die Wirksamkeit einiger Medikamente, die die Magensäure senken (H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer), verringert werden.
  • Andere Medikamente (die von der Leber abgebaut werden). Die Teufelskralle könnte die Geschwindigkeit verändern, wie schnell die Leber die Wirkstoffe abbaut. Dieser Umstand kann die Wirkung und Nebenwirkungen dieser Medikamente verstärken.15 16 In Forschungsarbeiten wurde gezeigt, dass Teufelskrallenextrakt bestimmte Cytochrom P450-Enzyme hemmt, die besonders in der Leber vorhanden sind. Dies kann sich auf zahlreiche Arzneimittel auswirken, welche über diese Enzyme verstoffwechselt werden. Beispiele für solche Arzneimittel sind: Coumadin, Antihypertensiva, Statin-Arzneimittel, Antiepileptika, Antidiabetika, Antidepressiva und Protonenpumpen-Inhibitoren.17

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Quellen:

[1] O.V.: Devil’s Claw. Side Effects & Safety. WebMD. Natural Medicines Comprehensive Database Consumer Version. Abgerufen auf: www.webmd.com
[2] Jack Feeney (2019): Devil’s claw: benefits, dosage, side-effects. Holland & Barrett. Abgerufen auf: www.hollandandbarrett.com
[3] Cerner Multum: Devil’s Claw. Drugs.com Abgerufen auf: www.drugs.com
[4] O.V.: Devil’s Claw. Side Effects & Safety. WebMD. Natural Medicines Comprehensive Database Consumer Version. Abgerufen auf: www.webmd.com
[5] Cerner Multum: Devil’s Claw. Drugs.com Abgerufen auf: www.drugs.com

[6] Makayla Meixner (2018): Devil’s Claw: Benefits, Side Effects and Dosage. Healthline. Abgerufen auf: www.healthline.com
[7] Jack Feeney (2019): Devil’s claw: benefits, dosage, side-effects. Holland & Barrett. Abgerufen auf: www.hollandandbarrett.com
[8] O.V.: Devil’s Claw. Side Effects & Safety. WebMD. Natural Medicines Comprehensive Database Consumer Version. Abgerufen auf: www.webmd.com
[9] Cerner Multum: Devil’s Claw. Drugs.com Abgerufen auf: www.drugs.com
[10] O.V.: Devil’s Claw. RxList. Abgerufen auf: www.rxlist.com

[11] O.V.: Harpagophytum procumbens (Devil’s Claw). Alternative Medicine Review Volume 13, Number 3 2008 Seiten 248-252. Abgerufen auf: www.altmedrev.com
[12] O.V.: Devil’s Claw. Side Effects & Safety. WebMD. Natural Medicines Comprehensive Database Consumer Version. Abgerufen auf: www.webmd.com
[13] O.V.: Devil’s Claw. PennState Hershey. Milton S. Hershey Medical Center. Abgerufen auf: pennstatehershey.adam.com
[14] Cerner Multum: Devil’s Claw. Drugs.com Abgerufen auf: www.drugs.com
[15] O.V.: Devil’s Claw. PennState Hershey. Milton S. Hershey Medical Center. Abgerufen auf: pennstatehershey.adam.com

[16] O.V.: Devil’s Claw. RxList. Abgerufen auf: www.rxlist.com
[17] O.V.: Harpagophytum procumbens (Devil’s Claw). Alternative Medicine Review Volume 13, Number 3 2008 Seiten 248-252. Abgerufen auf: www.altmedrev.com

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